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In der Pfälzer Mundart werden verschiedene Dialektgruppen zusammengefasst. Grob unterteilen lässt sich das dem fränkischen Dialektgebiet angehörende Pfälzisch in Vorderpfälzisch und
Westpfälzisch. Beide Dialektgruppen bestehen aus unterschiedlichen Einzeldialekten. Wer in der Pfalz unterwegs ist, wird als Außenstehender keine deutlichen Unterschiede zwischen den
verschiedenen Dialekten bemerken, denn die Übergänge der Pfälzer Dialekte sind fließend. Die Mundart ist in allen Ortschaften des Sprachraums tief verwurzelt und es haben sich spezifische
Lautäußerungen herausgebildet, welche von Dorf zu Dorf variieren können.
Gesprochen wird Pfälzisch in Teilen der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland. Damit ist die Mundart auch über die Grenzen der Pfalz hinaus weit verbreitet.
Zwischen Mannheim und Bruchsal erstreckt sich der vorderpfälzische Sprachraum. Der kurpfälzische Sprachraum reicht bis in den Odenwald hinein. Die Übergänge zum Odenwäldischen sind ebenfalls
fließend. Der Dialekt ist zwar ähnlich aufgebaut, klingt aber trockener, als das für den Pfälzer Dialekt übliche „Singen“. Auch über die Grenzen Deutschlands hinaus ist der Dialekt verbreitet. So
wird in Pennsylvania das "Pennsylvania Dutch" gesprochen.
Die Pfälzische Weltgeschichte
Die lange Tradition des Dialektes macht sich auch in der Dichtung bemerkbar. Es gab eine ganze Reihe von Heimatdichtern, welche ihre Werke in Pfälzer Mundart verfassten. Zu einem Wegbereiter der
"pälzischen Mundart" in der Dichtung wurde Paul Münch. Dieser schuf im Jahre 1909 den humoristischen Versepos Die "Pälzisch Weltgeschicht". Dort erhob er die Pfalz zum Mittelpunkt der Welt.
Zeitgenössische Autoren sind mit Paul Tremmel und Hermann J. Settelmeyer gefunden. Beim jährlich stattfindenden Bockenheimer Mundartdichterwettstreit wird der Pfälzer Mundart eine Bühne
geboten.
Beim Pfälzer Dialekt wurde die Hochdeutsche Lautverschiebung nicht zur Vollständigkeit gebracht. Dies hat die Mundart der Pfalz mit allen in Mitteldeutschland verbreiteten Dialekten gemein. Für
das Pfälzische typisch ist der im Anlaut erhaltene p-Laut. Befindet sich ein "t" im Anlaut, wird dieses wie "d" ausgesprochen. Aus "Tür" wird folglich "Deere". Oftmals wird das "d" auch komplett
weggelassen. So wird zum Beispiel aus "furchtbar" „furchtbar“ oder man sagt statt "du bist" "du bisch". Die Buchstabenkombination "gh" wird wie ein "k“ ausgesprochen. So sagt man statt "gehört"
„keerd“ oder meint mit „kowe“ etwas "gehoben" zu haben. Das im Mittelhochdeutschen verwendete "ei" wird in der Pfalz zum "ää". Das "i" wird zum "oi". So wird der "Wein" zum "Woi". Das
mittelhochdeutsche "ou" wird zum "aa".
Der pfälzische Dialekt verzichtet auf die Laute "ü", "ö" und "eu". Stattdessen werden i, o und ai gesprochen. So wird "größer" zu "greeßer", "Hügel" zu "Hischel" oder "Löffel" zu "Lewwel". Auch
wenn die Endlaute häufig weggelassen werden, lässt sich die Einzahl von der Mehrzahl unterscheiden. "Affe" wird in der Einzahl als "Aff" und in der Mehrzahl wie üblich als "Affe" bezeichnet. Der
"Hund" wird in der Mehrzahl "Hunn" genannt.
Der Pfälzer Dialekt unterscheidet die Zeitformen Präsens, Perfekt und Plusquamperfekt. Das Perfekt ersetzt zum Großteil das Imperfekt. Die Futur wird nur mit dem Hilfsverb werden gebildet. Das
Plusquamperfekt kommt eher selten vor. Der Genitiv fehlt vollständig. Die geografische Lage der Region hat auch deren Wortschatz geprägt. So finden sich verschiedene Wörter französischer
Entsprechung, wie "Lawabo" für "Waschschüssel", im Französischen "Lavabo" oder "Hussjeh" für "Gerichtsvollzieher", welcher in Frankreich als "Huissier" bezeichnet wird. Besonders bei der älteren
Bevölkerung befinden sich diese Lehnwörter noch im Sprachgebrauch.